Zukunft, ein Loser? Oder ist Zukunft nur etwas für Loser?

Es ist ein wundervolles Gefühl, im Hier und Jetzt angekommen zu sein. Erst recht, wenn man einen veritablen Wohlstand genießen kann. Was will man mehr?! Wer im privaten Bereich diese Stufe der Zufriedenheit erreicht hat, macht sich keine Sorgen um seine Zukunft. Zu recht? Wird es den eigenen Kindern genauso komfortabel ergehen? Ist Selbstzufriedenheit hier der unsichtbare Feind der gesellschaftlichen Transformation?

Eigentlich müsste es doch in der professionellen Welt anders aussehen. Hier sollte man wissen, dass das Glück des Unternehmens verdient, aber nicht verwaltet wird. Zum einen gibt es Wettbewerber, die sich auch von diesen Fleischtöpfen ernähren wollen, und zum anderen ist da ein Umfeld, das keine Insel der Glückseligen kennt und das bewährte Erfolgsfaktoren des wirtschaftlichen Handelns im Handumdrehen zunichte macht. Die Profis der Marktwirtschaft wissen um das „Leihgeschäft“ von Margen und Marktanteilen. Doch stecken nicht auch hier zu viele ihre Köpfe in den Sand? Existiert doch zum Beispiel das Modell Fast Fashion nach wie vor, lassen sich viele technische Geräte nur bedingt reparieren und sind reinste Energiefresser. Und ist doch die klimaneutrale Produktion oft nur eine Chimäre.

Kommen wir zur Politik: Gelten hier wirklich andere Regeln? Die Zukunftsgestaltung hängt vom politischen Kalender, von Wahlterminen und von großen Ereignissen des Weltgeschehens ab. Hier beherrscht das Fahren auf Sicht die Strategie. Dabei gerät oft die Verantwortung der Politik für die nächste Generation aus dem Blickfeld. Anders ist Fridays for Future nicht zu erklären. Den Denkmustern dieser drei „Parteien“ liegen unterschiedliche Prinzipien zugrunde, wirken sie aber dauerhaft auch in Zukunft zusammen, wird Perspektivlosigkeit zum Programm. Was bei den Privaten das Desinteresse ist, ist in der Wirtschaft die Unfähigkeit, über neue Wirtschaftsmodelle nachzudenken und in der Politik die Angst, dass den Überbringern der schlechten Nachricht der Kopf abgeschlagen wird.

Wenn Gesellschaft keine atomisierte Patchwork-Society werden soll, braucht Zukunft wieder den großen gemeinsamen Nenner. Andernfalls ist unsere Zukunft der große Verlierer. „Geboren für die großen Chancen“? (Spiegel 52/2021) Oder geboren für die großen Katastrophen, Risiken und Niederlagen …?

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