Schreibe deine Schöpfungsgeschichte

Nein, man muss für ein Brainstorming nicht durchgeknallt sein. Es reicht, wenn man es ernst nimmt. Und daran mangelt es häufig. Beim Brainstorming geht es nicht darum, dass vorhandene Ideen Einzelner ans Tageslicht gebracht werden. Es geht um das kollektive Potenzial von Menschen, das Generieren von Noch-nicht-Gedachtem und um Kollaboration über hierarchische Ebenen und organisationale Grenzen hinweg.

Auch wenn die Kreativitätstechnik des Brainstormings inzwischen schon fast professionelles Allgemeingut geworden ist, wird das Management einer solchen Veranstaltung häufig unterschätzt. Die drei Phasen der Planung, Durchführung und Nachbereitung sollten von einem kleinen und erfahrenen Team zügig übernommen werden. Von großer Bedeutung ist dabei die Fachkompetenz zum eigentlichen Thema. Das Management-Team sollte einen generalistischen Overview mitbringen und keinesfalls aus Spezialisten bestehen. Sie sollten in der Planung für sich so etwas wie einen „skelettartigen Vorentwurf“ der Ergebnisse entwickeln, der allerdings elastisch formuliert ist, um flexibel auf Unerwartetes reagieren zu können. Aus diesem „Skelett“ an Erwartungen lässt sich eine Struktur erkennen, die durch Fragen und Aufgaben den methodischen Fahrplan eines solchen Kreativ-Meetings konkret werden lässt.

Da es sich hierbei in der Regel um ein hochkonzentriertes und stark verdichtetes Arbeiten handelt, sorgt ein Methodenwechsel für hohe Vigilanz über die ganze Dauer der Durchführung. Als sehr sinnvoll hat sich ein im Thema kompetenter Visionär erwiesen, der verbalisiert und visualisiert. Diese Person kommt immer dann zum Einsatz, wenn interessante, aber diffuse Ideen und Imaginationen eine „futuristische Übersetzung“ brauchen. Wesentlich sind auch Präsentationen der verschiedenen Teams, die sich produktiv und konstruktiv „hochschaukeln“ und so ergänzen. Spätestens hier sollten Respekt und Vertrauen entstehen. Denn das wird besonders wichtig in der Phase der Evaluation.

Schön ist in diesem Kontext der Begriff des „Ideen-Kommunismus“, der alle Beteiligten zu Urhebern macht. Wesentlich für alle Folge-Meetings sind die Evaluation und das Follow-up. Haben hier die Teilnehmer den Eindruck, dass ihre Ergebnisse ernst genommen werden, wird sich ihr Engagement nochmals erhöhen. Der Gewinn von Kreativ-Meetings ist nicht nur der unmittelbare Effekt in Form der Ergebnisse, sondern auch der mittelbare Effekt einer nachhaltigen Kreativität in der Organisation.

So schreiben Unternehmen ihre eigene Schöpfungsgeschichte …

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