Provozierendes Denken: Künftige Innovationen – Think Tank mit vier Imperativen

Innovation ohne Nutzen ist wie ein Schirm ohne Regen! Nutzen ohne Innovation ist wie Regen ohne Rückhaltebecken! Diese beiden Vergleiche denken einerseits vom Kunden her (Was nützt ein Schirm ohne Regen?) und andererseits vom Unternehmen her.

Echte Innovationen sind lebensnotwendiges Reservoir für herausfordernde Zeiten. Kluge, vorausschauende Unternehmen kennen nicht nur die Substanz ihrer Innovationen für den Markt, sondern auch die Relevanz des kreativen Potenzials ihrer Organisation. Denn die braucht den ständigen Austausch mit ihrer Innen- und Außenwelt. Ein solcher Dialog funktioniert wie eine „mentale Dialyse“, die für frische Gedanken und Ideen sorgt. Vor allem können auch schon schwache Signale möglicher Veränderungen und Marktentwicklungen erkannt und bewertet werden. So mutieren die Erfolgsfaktoren von gestern nicht zur Hypothek von morgen!

Hierfür ist die Einrichtung eines informellen „Think Tanks“ gedacht, der divers strukturiert ist und sowohl abteilungsübergreifend als auch über Hierarchieebenen hinweg seine Teilnehmer rekrutiert. Ein solches unternehmerisches Kreativzentrum versteht sich als agile Plattform zwischen der Dynamik von Zeit (Gesellschaft) und der Stabilität von Raum (Unternehmen).

1. Think Back, wenn es um das Verständnis der eigenen Wettbewerbsentwicklung mit ihren Stärken und Schwächen geht. Vergangenheit darf nicht verklärt werden!

2. Think Big, wenn es um Hypothesen und Prognosen der Märkte und deren Zukunft geht, vor allem um die Prozesse, die Performance und die Perspektiven des Unternehmens.

3. Think Strong, und zwar selbstbewusst, aber auch selbstkritisch, wenn es um die realistische Beurteilung der Position des Unternehmens und seines Angebots geht.

4. Think Forward, wenn die Innovationen künftig durch inkrementelle Entwicklungsfähigkeit immer wieder aufzufrischen sind.

Innovationen sollen keine Sackgasse sein, sondern ausbaufähiges Potenzial. Aktuell wird über den „Purpose“ von Unternehmen sinniert, weil dieser vielen abhanden gekommen zu sein scheint. Die Frage der Legitimation von Unternehmen beantwortet der Markt und die Zeit, nicht ein schnelles „Green Washing“ oder gar ein „Woke Capitalism“. Weder

Werbung noch PR können die fehlende intrinsische und langfristig wirkende Sehnsucht von Management und Mitarbeitern nach intelligenten Innovationen wieder wettmachen. Es geht um die „Seele“ des Unternehmens! Gesellschaft und Wirtschaft sollten wieder den Innovationsbegriff nicht nur technisch und ökonomisch, sondern auch sozial und ökologisch diskutieren. Ein solcher Diskurs würde nicht Innovationen den unternehmerischen Profit absprechen, wohl aber den Nutzen für Markt, Kunden und Umwelt stärker betonen.

Notwendig ist ein Agieren auf Augenhöhe von Gesellschaft und Wirtschaft. So werden Veränderungen und Entwicklungen ständig antizipiert. Sind diese doch der notwendigen Transformation inhärent. Und darum geht es doch letztlich …

Bildquelle: PhotoAlto (James Hardy)