Deutschland, deine Zukunft braucht mehr Teamplayer!

Wie krass ist das denn? Am Ende der Tagesschau vom 8.2.2022 werden zwei deutsche Medaillengewinnerinnen der Winter-Olympiade in Peking interviewt. Auf ihren Jacken steht „Team D“ – vor Rührung schossen mir (fast) die Tränen in die Augen. Warum? Weil es mich total überrascht und freut, dass es Menschen in Deutschland gibt, die noch an so etwas glauben.

Was für eine romantische, fast schon kitschige Vorstellung, dass es ein Team Deutschland gibt. Kurz vorher wurde in der selben Sendung noch berichtet, dass Bayern respektive Sportskamerad Söder einmal mehr aus gemeinsam getroffenen Verabredungen ausschert. Wenn so der Teamgedanke auf der höchsten politischen Ebene verstanden wird, dann künftig Krisenbewältigung fast unmöglich.

Unsere politische Elite scheint ich-zentriert, zerstritten und gibt nicht einmal nach innen ein vertrauensvolles Bild ab. Wie sollen wir dann von unseren europäischen Nachbarn oder vom Verbündeten USA erwarten, dass diese uns vertrauen? Vielleicht haben ja deshalb auch Biden und Scholz immer wieder betont, was für wichtige Verbündete der eine für den anderen darstellt.

Muss man gegenseitiges Vertrauen immer wieder betonen? Dabei ist doch Vertrauen die einzige Währung, die global zählt. Und wenn man sich die Meldung in derselben Tagesschau zum Plastikmüll in den Weltmeeren angeschaut und verstanden hat, dann müsste es uns allen eiskalt den Rücken herunterlaufen, wurde doch eine gruselige Perspektive eröffnet: „Und die Forschung warnt – selbst wenn ab sofort kein Plastik mehr in die Meere gelangte, würde sich der Mikroplastikgehalt in den nächsten 30 Jahren verdoppeln.“ Plastik in den Ozeanen ist ein unumkehrbares Problem, das exponentiell wächst. Eine Lösung geht nur gemeinsam!

Im Anschluss an diesen Bericht gab es eine weitere Nachricht zu Benedikt XVI; auch so ein „Dreamteam“, der liebe Gott und seine Kirche auf Erden. Mit dem Himmel ging es weiter in der Tagesschau – wünsche ich doch dem verstorbenen dm-Gründer Götz Werner, dass er dort einziehen kann. Galt er doch als „Vorzeige-Unternehmer mit sozialer Ader“ und vertrat das bedingungslose Grundeinkommen. Sein Erfolgsmotto: „Die Menschen und deren Bedürfnisse“. Wie schön, ein erfolgreicher Romantiker, dem seine Kunden und seine Mitarbeiter wichtig waren. Ich bin sicher, er hat dem Teamgedanken vertraut.

Vielleicht fehlt das unserem Mannschaftsspiel als Gesellschaft – Teamplayer braucht das Land. Medaillen gewinnt „Team D“ nur gemeinsam …

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Bildquelle: Foto-CD Goodshot