Reboot der Curricula: Rethink, Reinvent, Redesign!

In jedem guten Zuhause wird alle paar Jahre einmal gründlich aufgeräumt und bei der Gelegenheit auch einiges entsorgt. Auch bei unseren Denkroutinen und Handlungsweisen ist ein regelmäßiges Entrümpeln angesagt. Sind doch immer einige davon nicht mehr up-to-date. Neue Anforderungen an die eigenen Kompetenzen entwickeln sich und weitere werden künftig hinzukommen.

Akzeptiert man die anstehende und zügig zu planende Transformation von Gesellschaft und Wirtschaft als dringliche Aufgabe, drängt sich ein Reboot in der Bestimmung notwendiger Kompetenzen und deren Vermittlung geradezu auf. Die Rede ist von Hochschulen und ihren Curricula. Sicher gibt es vereinzelt Gespräche und auch Kontroversen.

Insgesamt könnte aber angesichts des Zeitdrucks mehr „Dampf auf dem Kessel“ sein. So auch im Design, das als Stifter von Alltagskultur zu einem nicht unerheblichen Teil am verschwenderischen Konsum und damit auch für die daraus resultierenden ökologischen, sozialen und technischen Dilemmata und Schäden verantwortlich ist. Hier gilt es zukunftsfähige Kompetenzen zu formulieren, die auf vielversprechende Problemlösungsansätze rekurrieren und diese weiterentwickeln.

Nach der Erfahrung unseres Büros in solchen Prozessen lassen sich diese grob in drei Reboot-Phasen einteilen:

1. Rethink, 2. Reinvent, 3. Redesign.

Es beginnt mit „Rethink“ und der Frage, in welcher Form von Zukunft unsere Gesellschaft leben will, und einer Antizipation, was der professionelle Beitrag der Disziplin hierzu sein kann. Das existierende Verständnis von Berufsbefähigung wird dabei überdacht und den neuen Entwicklungen gegenübergestellt. In diesem Kontext sind auch die Veränderungen in den geistes- und  sozialwissenschaftlichen sowie technischen Nachbar-Disziplinen und ihre Folgen für die interdisziplinäre Vernetzung mitzudenken.

Die zweite Phase „Reinvent“ setzt sich mit den neuen Inhalten (z.B. KI im Designprozess) und didaktischen Ansätzen (z.B. hybrides Lernen) auseinander. In deren Folge werden die bisherigen Kern- und Komplementärkompetenzen neu definiert und konfiguriert. Dabei wird dann zwischen künstlerisch-gestalterischen und wissenschaftlich-kreativen Fähigkeiten unterschieden. Ein Katalog an Modulen entsteht, die die Herausbildung eines zukunftsfähigen Kompetenzprofils mit individuellem Schwerpunkt bieten.

Zum Abschluss dieses Reboot-Prozesses wird ein elastisches und für Studierende attraktives Konzept der Lehre und des Lernens redesignt. Die Innovierung von Praxis braucht Kompetenzen, die nicht nur den Stand der heutigen Berufswelt spiegeln, sondern weit vorausschauen.

Zukunft will vorgedacht werden …

Link: https://www.welt.de/wirtschaft/karriere/article239061807/Arbeitswelt-2030-Diese-Trends-werden-ueber-Karrieren-entscheiden.html

Bildquelle: DigitalVision