Prozedurales Denken: Trends und der hermeneutische und heuristische Kreis

Die Lösung zu gesellschaftlich relevanten Problemen findet sich nicht in den Problemen selbst – sie findet sich immer in der Person des Problemlösers. Es sind die Menschen, die offen in ihrer Wahrnehmung sind, die Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden und die sich vorstellen können, was demnächst passieren kann. Es sind die Menschen, die versuchen die Welt zu verstehen und wissen wollen, was das mit ihnen und ihrem Job tun wird.

Solche Menschen zeichnen sich sehr oft durch ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein aus. Ein weiteres Wesensmerkmal dieser Menschen ist, dass sie die Suche nach Erkenntnis nicht zufrieden stellt. Sie wollen auch Antworten auf die Probleme unserer Zeit in ihrem Wirkungsbereich geben. Und da sie wissen, dass es nicht nur eine Antwort auf die Probleme gibt, suchen sie nach diversen Optionen. Sie finden diese nicht, wie man nach besonderen Steinen am Meer sucht, sondern sie entwerfen sie selbst. Aus Ideen machen sie Möglichkeiten und sind für diese Sprachrohr – Was wäre, wenn … Daraus entspinnt sich ein Dialog mit der Außenwelt, in dem sie plausible und machbare Lösungsalternativen konzipieren. Das ist der Moment, wo durch die Sprache als Kommunikationsmittel ein kausaler Zusammenhang zwischen den Problemen der Vergangenheit und der Lösung für die Zukunft für alle Beteiligten nachvollziehbar wird. Diese Sätze des Begründungszusammenhangs lauten dann auch meist: „Wir machen das, weil ,,,“ Dadurch werden die Alternativen zum Gegenstand eines dialogischen Verfahrens mit der Umwelt, in deren Folge die praktikablen und realistischen Ergebnisse konkretisiert werden. Es wird verbindlich und detailreich, Realisierungsschritte können entschieden werden.

Was hier bislang beschrieben wurde, ist die philosophische Kunst der Hermeneutik und die pragmatische Praxis der Heuristik – Welt verstehen und Probleme kreativ lösen können. Das lässt sich trainieren, denn es braucht die individuelle Imagination als Transferleistung. So wird zu einem Gestaltungswillen auch die entsprechende Gestaltungskraft entwickelt. Das sind die beiden Beine, auf denen Kreationen stehen. Gemeint sind technische und soziale, ökonomische und ökologische Innovationen, die die Transformation unserer Gesellschaft voran bringen sollen. Es sind die schleichenden, die sprunghaften und auch die disruptiven Innovationen, die einer Volkswirtschaft sowohl ihre Legitimation als auch ihre Wertschöpfung liefern.

Das Konstrukt der Wertschöpfung ist fluide und auch vergänglich. Um eine stabile ökonomische Basis zu haben, werden Trends und ihre Beobachtung und Bewertung zu lebensverlängernden Maßnahmen volks- und betriebswirtschaftlicher Zyklen. Wer das nicht beachtet, macht sich selbst obsolet …

Bildquelle: PhotoAlto (James Hardy)