Strategien – mit und für, durch und „gegen“ Design

Welche Eigenschaften brauchen TransformationsmanagerInnen? Und auf welche Herausforderungen müssen diese reagieren? Was verbindet die Persönlichkeit des Problemlösers mit einer multiperspektivischen Professionalisierung? Und wie gestaltet sich der Entwicklungsweg einer Problemlösung im Innovationsprozess? Antworten im Exposé „Strategic Design“.

Das Design hat an unserem Wohlstand und unserer Lebensqualität erheblichen Anteil. Damit verbunden auch an der Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität unserer Wirtschaft. Nun zeigt sich aber, dass genau das gerade kippt. Stichwort: multiple Krisen. Zudem zeigt der Wohlstand immer öfter sein dekadentes Gesicht. Und Lebensqualität ist bald nur noch auf Konsum reduziert. Auch deswegen sucht die Wirtschaft nach neuen Wertschöpfungs- und Geschäftsmodellen. Insgesamt wird sich die Welt verändern müssen, will sie nicht vor der Metakrise “Klimawandel“ kapitulieren. Das Design und noch viel mehr die DesignerInnen können in dieser Transformation eine wichtige Rolle übernehmen – wenn sie wollen! In diesem Kontext werden sich auch die Design-Hochschulen positionieren und sich in mancher Hinsicht strukturell verändern. Dies ist der Hintergrund, vor dem ich Gedanken zu Forschung und Lehre in diesem Exposé zum Strategic Design zusammengefasst habe. 

Die folgenden Gedanken sind eine Art Bricolage aus Posts der letzten Jahre auf LinkedIn, mit denen ich in die Diskussion mit unterschiedlichen Lesern eintreten konnte. Mit diesen Gedankensplittern äußere ich mich zu den vielfältigen Problemen und Phänomenen unserer Zeit mit dem Hintergrund meiner Sozialisation als Designer. Auch ist dies der Versuch, den eigenen Anteil an den zu entwickelnden und gesellschaftlich relevanten Lösungen zu skizzieren. Es erhebt nicht den Anspruch eines durchgängigen Konzepts. Werden doch gerade erst die Umrisse der komplexen Herausforderungen sichtbar. Sie zu begreifen und zu bewältigen, bedarf sicherlich auch intensiver Diskussionen in Fachkreisen. Dennoch ist die Provokation des Lesenden durchaus Programm und soll zum Disput motivieren. Zur Zukunft der Vergangenheit? Oder doch zur Vergangenheit unserer Zukunft? Jedenfalls stellt der Krisenmodus die etablierten Paradigmen unserer Gesellschaft nachhaltig in Frage. 

Trotz meiner Begeisterung für den Beruf der DesignerInnen sehe ich die Zukunft nicht nur positiv. Nach meiner Ansicht ist das Design zu wenig kritisch und kreativ geworden. Es hat sich in der Praxis zur professionellen Dienstleistung entwickelt, die mir grundsätzlich zu devot erscheint. Ich denke, dass es unser Selbstverständnis sein muss, proaktiv systemische Alternativen zur jetzigen Ordnung anzubieten. Viel Spaß beim Lesen und Nachdenken. Wenn daraus Vordenken und Interesse an einem (auch kontroversen) Diskurs entsteht, freut es den Verfasser.