Wohlstand nicht mit Konsum verwechseln!

Es gibt Menschen, die haben mehr Garderobe im Schrank als Worte in ihrem Sprachschatz.
Es gibt Menschen, die gehen nicht zur Wahlurne, aber meinen, sie leben in einer Diktatur.
Es gibt Menschen, die beschweren sich über die steigenden Preise, werfen aber jede Menge an Lebensmitteln in den Müll.
Es gibt Menschen, die sich in den Medien über die Medien und deren angebliche Meinungsmache mokieren.
Es gibt Menschen, die Angst vor der Technik äußern, aber zwei Autos und ein Motorrad vor der Tür stehen haben.

„Ceci n’est pas une pipe.“ sagte Rene Magritte und verwies damit auf die schwierigen Beziehungen zwischen dem Objekt, seiner Repräsentation und seiner Bezeichnung. Was ist es und was ist es nicht? Und stimmt es, dass das einzig Objektive das Subjektive ist? Gibt es einen Unterschied zwischen Schein und Sein, wenn das Symbol zum eigentlichen Sein wird?

Immer häufiger werden wir damit konfrontiert, dass unser Wohlstand angeblich zur Disposition steht und wir verzichten lernen müssen. Ja, das wird ein großes Problem für die, die Wohlstand mit Konsum verwechseln. Verzicht, ein Wort, das wie ein Sakrileg in unserer Gesellschaft klingt. Für eine grenzenlose Wachstumswirtschaft ist das pure, unverhohlene Blasphemie. Oder soll einfach nur mit der Verwendung des Begriffs von einer tatsächlichen Armut in dieser Republik abgelenkt werden?

Wenn wir lernen, unser Sein weniger über materielle Symbolik zu definieren, könnte die Sinnfrage wieder zur Frage der sozialen Stabilität werden. Wenn Wohlstand für die einen zur Organisation des Überflusses geworden ist und für die anderen aber die unerreichbare Sehnsucht nach einem normalen Leben ohne Existenzkampf bedeutet, dann wird Verzicht entweder zur Floskel oder tatsächlich existenzbedrohend. Verzicht und Verlust sind nicht gleichwertig, vor allem wenn Verzicht noch nicht einmal die Wahrnehmungsschwelle der gefühlten Bedürfnispyramide erreicht. Weniger ist mehr! Und Sinn braucht Besinnung auf das Ursprüngliche und Wesentliche und es braucht die Sinnlichkeit des Menschlichen und Miteinanders. 

In diesem Sinne lassen Sie sich kein X für ein U vormachen und genießen Sie das Leben mit ihren Lieben – in leichten genauso wie in anstrengenden Zeiten, nehmen Sie das Original und nicht sein Surrogat mit Geschmacksverstärkern!

Bildquelle: Eigenes Bild