Das Gemeinsame von Kreativität und Schokolade

Kreativität ist wie Schokolade – sie macht glücklich und verführt zum weiteren Genießen. Es ist ein tiefer Genuss, ein Problem mit der eigenen kreativen Energie zu lösen. Wahrscheinlich erklärt sich so, dass Menschen, die ihr Leben lang kreativ gewesen sind, nach dem Rentenalter nicht zu arbeiten aufhören. Wer will denn mit 65 Jahren keine Schokolade mehr essen? Es gibt Genüsse, die braucht man sein Leben lang.

Kreativität findet die verschiedensten Ausprägungen – so im Alltag, wenn Menschen ihre Gärten anlegen, oder im Berufsleben, wenn Unternehmen neue, sinnstiftende Produkte entwickeln. Was auch für Schokolade gilt: Man kann sich eine gute Tafel Schokolade aus dem Supermarkt schmecken lassen oder den Genuss eines Stücks Sachertorte in einem Wiener Café zelebrieren. Aber Vorsicht: Der Kakao für unsere Schokolade kann unter ausbeuterischen Verhältnissen geerntet worden sein – genauso wie Kreativität.

Der Begriff des kreativen Prekariats hat leider seine Berechtigung. Dabei gibt es auch die Kreativität „fair gehandelt“, so wie es inzwischen sogar schon „vegane“, also ohne die Einflüsse von Lebewesen entstandene Kreativität gibt. Bilder werden gemalt, Musikstücke komponiert und Texte geschrieben, deren „Urheber“ eine Maschine ist. Sicher wird diese Qualität von „Schöpfung“ in den niederkomplexen Herausforderungen der kommerziellen Kreativität recht schnell ihre Anwendung finden. Hier ist das volle Potenzial noch nicht abgerufen.

Die Ergebnisse werden Spuren im kreativen Prozess hinterlassen, auch wenn noch viel Arbeit zu leisten ist. Dennoch gelten die Prinzipien der Kreativität: Meist startet der menschliche Schöpfungsvorgang mit Verzweiflung (Desparation). Durch Mangel oder Begrenzungen können drastische Probleme entstehen, die gelöst werden müssen. Der professionell kreative Mensch bezieht sich dann auf seine Heuristiken, so dass bei allen Beteiligten eine Beruhigung (Pacification) eintritt. Jetzt entstehen konkrete Ideen zur Problemlösung, die sowohl alternativ als auch exklusiv sein können – die Spannung wächst und die Erwartung (Expectation) an die Besonderheit der Innovation nimmt zu! Der Heureka-Moment rückt näher. Die Stimmung wird immer zuversichtlicher, wenn sich im Auswahlverfahren der Konzepte die Zustimmung (Acclamation) in endgültige Entscheidung verwandelt. Wobei die Zustimmung eine zweigeteilte ist, nach dem internen Beifall braucht es vor allem den zählbaren Applaus der Kunden im Markt. Und jetzt realisiert man den Genuss durch Erkenntnis (Realization) – die Kreativität des Unternehmens erkennt und löst Probleme, das „Unternehmen Kreativität“ garantiert den Erfolg und die Existenz.

Wichtig ist die Erkenntnis, dass das alles kein erzwungener, gar verbiesterter Prozess ist, sondern die positive Grundhaltung einer Unternehmenskultur, die Lust auf Spaß und Leistung hat. Übrigens lohnt sich ein Besuch im Kölner Schokoladenmuseum immer …

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