Wenn nicht jetzt, wann dann?

Wie geht man als Verantwortlicher im Unternehmen mit dem um, was auf einen zukommt und was man aber nicht sieht? Nun ist das grundsätzlich nichts Neues, weil Veränderungen managen schon immer Teil des Jobs war. Nur diesmal geht es ums Ganze. Die Herausforderungen sind struktureller, chaotischer und sehr viel offener. Es wird seinen Grund haben, warum viele Unternehmen nach wie vor recht zögerlich sind und versuchen, auf ihrer alten Rille weiterzufahren. Verständlich – ob das klug ist, wird sich zeigen.

Die Beschäftigung mit der Zukunft in Unternehmen konkurriert immer mit dem vermeintlich dringenderen Alltagsgeschäft und unterliegt häufig. Allerspätestens nach dem Überfall auf die Ukraine und der damit endenden Discount-Ära von russischem Gas und Öl ist uns klar geworden, dass die Aufgabe der Zukunftsgestaltung Teil der Realität im 21. Jahrhundert ist. Und das betrifft jedes einzelne Unternehmen – es fängt bei den Energiekosten an, geht über das Thema der Fachkräfte bis hin zur Innovations- und Transformationsfähigkeit.

Anfang der 2000er Jahre gab es eine weltweite Untersuchung der Unternehmensberatung A.T. Kearney zum Umsatz- und Wertwachstum von Unternehmen. Neben vielen weiteren Erkenntnissen kam heraus, dass die sogenannten „Value Grower“ ihr Wachstum primär von innen heraus generieren. „Zu 87 Prozent sind dies ´interne´ Hebel – Aspekte, die ein Unternehmen zur Gänze selbst beeinflussen kann.“ (HB 30.11.2004) Man kann sich also heute noch weniger als früher hinter externen Umfeldeinflüssen verstecken. Im Grunde braucht es ein integriertes Managementsystem, das sich mit der Zukunftsgestaltung des Unternehmens permanent befasst.

Mein Appell: Installieren Sie eine Organisationseinheit, die sich mit dem Transformations- und Innovationsmanagement des Unternehmens aktiv befasst! Stellen Sie ein Team zusammen, das nicht aus Ja-Sagern besteht, sondern Reibung vertragen kann! Verzichten Sie auf Ihr Role Model als Chef und werden Sie mit Ihrer Kompetenz zum Vorbild  –  auch als sichtbares Zeichen des Gestaltungswillens! Lassen Sie das Team seinen Fokus nach Innen und nach Außen richten! Welche neuen Strukturen und Prozesse könnte das Unternehmen in Zukunft gebrauchen? Mit welchen neuen Systemen und Produkten wird das Unternehmen im Markt wettbewerbs- und zukunftsfähig sein? Wo werden neue Kompetenzen und Kooperationen erforderlich? Mit welchen Innovationen und Investitionen kann das Unternehmen sich erneuern? Wichtig sind hier Kontinuität, Transparenz und schnelle Wirksamkeit. Letzteres wird durch kurzfristig umgesetzte Aktionen deutlich, die auf Effizienz und Effektivität zielen. Und noch wichtiger ist, dass das Unternehmen eine eigene Dynamik entfacht, die seine Glaubwürdigkeit der Erneuerung nach Innen und Außen manifestiert.

Wenn nicht jetzt, wann dann? Geht es doch um die Trias von Innovation, Transformation und Zukunft!

Link: https://www.cio.de/a/freies-denken-organisieren,3692855

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