Sucht das Neue im unbekannten Terrain!

Noch ist in der Menschheit nicht entschieden, wie es weiter geht. Einer der Repräsentanten versucht es durch „Die normative Kraft des Faktischen“ und okkupiert seine Nachbarstaaten, der andere denkt „Unser Land zuerst!“ und der Dritte weiß nicht wohin mit seinem Kummer und verklebt sich mit dem Asphalt. Allen ist eins gemeinsam, nämlich die Gewissheit, dass die alte Weltordnung ihr Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hat. Jeder sucht nach seiner Zukunft und der Zuschauer muss mal wieder die Watzlawick-Metapher des Betrunkenen bemühen, der im Licht der Straßenlaterne seinen Schlüssel sucht. Wenn einem das Denken vernebelt ist, sucht man nur dort nach Lösungen, wo es am hellsten ist. Selbst wenn die Wahrscheinlichkeit eher dafürspricht, dass man für neue Problemlösungen erst einmal im dunklen, unbekannten Terrain suchen sollte …

In allen Ecken dieser Welt werden zunehmend ZukunftsgestalterInnen gebraucht. Ein Berufsbild, das so variantenreich wie die Speisekarte eines chinesischen All-you-can-eat-Fast-food-Take-away-Restaurants ist. Dabei braucht es eigentlich kein wortreiches Illusionisten-Marketing, sondern KöchInnen, für die Ernährung und Genuss zusammengehören und Zutaten, die nicht aus der Labor-Küche der Lebensmittelchemie entstammen. Im Grunde gilt das auch für die ZukunftsgestalterInnen. Sie haben für die Zukunft kein Rezept, dafür aber die Zutaten. Ihre „Lebensmittel“ sind natürlich und elementar – Wissen, Kreativität und den Willen zur Umsetzung.

Zukunftsgestaltung ist Transformationsdesign und eine Form der Wissensarbeit, die das „Was wäre, wenn …“ mit dem „Gewusst wie“ verbindet. Es ist eine wissenschaftlich-kreative Art der komplexen Problemlösung, die gelernt und gelebt werden muss. Im Kontext des Transformationsdesigns kommen dem Wissen verschiedene Funktionalitäten zu. Das Erfahrungswissen basiert auf einer trainierten Reflexionsfähigkeit, deren kritisch analytische Funktion einen permanenten Lernprozess steuert. In Verbindung mit dem Handlungswissen werden die erworbenen Heuristiken immer wieder optimiert. Diese Form des Wissens ermöglicht die konstruktive Interaktion mit Menschen, die nötig ist, um Vorgehensweisen zu entwickeln. Ziel ist es, die Zahl der Optionen einer Problemlösung zu maximieren. Die braucht es, um das Zukunftswissen zu aktivieren, ohne das keine erfolgreichen Innovationen geplant werden können. Es ist die prognostisch konzipierende Funktion, die Strategie mit Kreativität kombiniert. Transformationsdesign ist ein äußerst komplexer Problemlösungsprozess, der unterschiedlichstes Methodenwissen braucht. Dieses ist die deskriptiv-modellierende Funktion von Wissen, die durch Abstraktion Realisierungswege erkennen lässt und so transdisziplinär Methoden verbindet.Zukunft – die Summe aus Heuristiken, Optionen, Strategien und Planung. Es geht um Wissen und Wollen, Kreativität und Können!

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