Ankunft in der Zukunft

Wenn sich im professionellen Leistungssport der gewünschte Erfolg nicht einstellt, dreht sich in der Regel das Personalkarussell. Das kann, muss aber nicht kurzfristig positiven Einfluss haben. Viel wichtiger wäre es aber, wenn das Top-Management nach strukturellen Unzulänglichkeiten in der Organisation sucht. Dies wird oft vernachlässigt, weil organisatorische Veränderungen viel Zeit brauchen, um Wirkung zu zeigen. In diesem Zusammenhang finden sich häufig Defizite in der Strategie. Mangelnde Vorausschau verhindert oft die notwendigen Anpassungen in der Organisation. 

Während man im Profi-Sport kontinuierlich die Leistungsfähigkeit durch Sieg oder Niederlage ablesen kann, ist dies in der Wirtschaft schwieriger. Die Anzeichen für Misserfolg sind nicht so eindeutig, so dass man sich lange der Illusion stabiler Wettbewerbsfähigkeit hingeben kann. Die Antennen der Frühwarnsysteme sind in solchen Fällen nicht aktiviert. Dabei müsste man an der Außenwelt des Unternehmens erkennen können, was es für relevante Entwicklungen gibt, die die Substanz der Organisation beeinträchtigen und in Frage stellen. Aktuell stehen die Zeichen auf Sturm, nämlich auf Transformation, die nicht einzelne Regionen oder Branchen betrifft, sondern global tiefgreifende Umbrüche mit sich bringt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Unternehmen mit ihrer alten Struktur die immensen Herausforderungen der Zukunft bewältigen, sinkt mit jedem Tag.

Wie aber sollten sich Unternehmen aufstellen, um die Transformation zu bewältigen? Sie sollten ihre Ankunft in der Zukunft vorbereiten und selbstbewusst ankündigen! Jede sozio-ökonomische Struktur muss dafür ihre eigene Agenda entwickeln. Priorität hat das Design eines Programms, das sich pro-aktiv mit der Gestaltung der eigenen Zukunft befasst und das der Innen- und Außenwelt zu kommunizieren ist – The Future Company. Damit sich dieser Spirit horizontal und vertikal durchs ganze Unternehmen zieht, könnte man ein Wissensportal, orientiert an dem Social-media-Kanal von LinkedIn, anlegen. Dadurch wird Wissen vermehrt, transparent gemacht und intern gemakelt. Empfehlenswert ist die temporäre Einrichtung eines Thinktanks mit eigenen Spezialisten und externem Support. An dieser Stelle könnte das konzeptionelle Vordenken und dessen Multiplikation implementiert werden. Damit sich das Vakzin der Erneuerung in alle Abteilungen und Gruppen verbreitet, sind Vermittler zu installieren und verstärkende Aktivitäten kontinuierlich anzusetzen. Auch braucht es ein Netzwerk, das die Innen- mit der Außenwelt kollaborierend verbindet. Für alle Maßnahmen sollte ein offenes Monitoring gelten. Zentral wichtig aber ist, dass sich die Führung vor das Programm stellt, die Organisation immer wieder unterstützt und den Prozess motivierend moderiert.

Zukunft liest man nicht aus dem Kaffeesatz – Zukunft braucht kreative Prozesse und ein nachhaltiges Programm!

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