Neue Weltordnung? Ja, aber mit originären DenkerInnen!

Jetzt sollte es auch der Letzte wissen: „Die alte Welt ist weg“ – so die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen bei Maischberger. Dabei ist sie „Eine Hardlinerin, die sich von Trump nichts gefallen lässt“ (28.1.2026, sueddeutsche.de). Ob ihn das irritiert? Klar ist: Es wird eine neue Weltordnung kommen. Wer sich diese nicht wie einen Eimer mit undefinierbarem Inhalt über den Kopf stülpen lassen will, sollte in seinem verfügbaren Einflussbereich eigene Vorstellungen von Zukunft skizzieren – jetzt, nicht morgen!

Was ich dafür tue? Ich analysiere und reflektiere, denke und schreibe. Ob das etwas bewirkt, weiß ich nicht. Aber es ist das, was Menschen wie ich am besten können. Ich komme aus der Wissenschaft und bin Teil des Bildungssystems. Ein gesellschaftlicher Bereich, der offenbar immer weniger Gehör findet. Noch dazu stamme ich aus dem Design, dessen akademische Provenienz irgendwo im Nirgendwo zu finden ist. 

So ist zu lesen, dass Aussagen von Wissenschaftlern „… per se als wesentlich weniger überzeugend empfunden (werden) als zum Beispiel ein Social-Media-Post oder ein Tiktok-Reel …“. Das Zitat stammt aus dem Interview mit dem Soziologen Aladin El-Mafaalani unter der trefflichen Head „Wenn ein Boot zu sinken droht, dann sollte jemand den Kapitän wecken“ (27.1.2026, sueddeutsche.de). Gegenstand des Interviews ist steigendes Misstrauen und sinkendes Vertrauen in die Institutionen unserer Gesellschaft. 

Willkommen auf dem sinkenden Schiff? Nein, noch habe ich Hoffnung und vertraue in die Stärke der Disziplinen: Während die Soziologen „… eher für die Problemanalyse als die Problemlösung zuständig …“ (El-Mafaalani) sind, ist es beim Design genau andersherum. Als modellierende Wissenschaft lässt sich das Design in den Prozess der Initialisierung und Finalisierung von Problemlösungen wirksam einsetzen. Ohne Vertrauen der Kunden, der Nutzer und der Gesellschaft unmöglich!

Mein Designverständnis geht davon aus, dass keines der wesentlichen Probleme dieser Welt im Alleingang, von wie auch immer gearteten „Genies“ gelöst werden kann. Erst recht nicht im Kontext der Entwicklung einer neuen Weltordnung. Die großen Herausforderungen, seien sie nun geopolitischer oder geoökonomischer Natur, werden nur kreativ, kollaborativ, kooperierend und koordinierend gelöst. Voraussetzung ist, dass im Bildungssystem Wissenschaft als sozialer Prozess vermittelt und erfahren wird. Wer für Menschen arbeitet, muss lernen, wie man mit Menschen arbeitet! Hierfür hat sich in meiner Lehre der Ansatz des Forschenden Lernens bewährt. Im Studium werden prototypische Forschungskreisläufe angewandt, deren Ergebnisse innovativ und sinnstiftend sein sollten. Ziel ist ein hermeneutischer Zugang zum „Weltverstehen“ und die Vorbereitung auf noch unbekannte Berufsprofile der Zukunft. 

Wer an dem Wachsen einer neuen demokratischen Weltordnung interessiert ist, sollte originäre DenkerInnen für eigenständige Zukünfte fördern!

Forschendes Lernen (Huber) als Alternative, wenigstens aber als Ergänzung zum repetitiven Lernen. Wer originäre Geister bzw. Denkerinnen will, sollte auf das Forschende Lernen setzen.