Masterclass Future Management: Appelle an den eigenen Ehrgeiz

Es ist höchste Zeit, sich auf die Suche nach neuen Ideen zu machen. „Seit 2019 sind in Deutschland 266.000 Arbeitsplätze in der Industrie ersatzlos gestrichen worden.“ Eine solche Hiobs-Botschaft spricht für sich selbst. Es hat seinen Grund, wenn es heißt „Die deutsche Industrie steckt in einer tiefen Krise“ (17.2.2026, faz.net). Nimmt man noch die momentanen Sparpläne beispielsweise des Versicherers Ergo und des Volkswagen-Konzerns hinzu, weiß man, der Aderlass ist noch nicht zu Ende.

Es geht um nichts Geringeres als um unsere Zukunftsgestaltung. Und ich fürchte, dass wir uns hier nicht auf der „Sunny Side of the Street“, sondern auf einem harten steinigen Weg, einer langen Durststrecke, wiederfinden. Selbst das Mutterland der Industrialisierung, Großbritannien, ist heute sehr weit von seiner damaligen Bedeutung entfernt. Wenn der alte Kontinent nicht in Summe zum alten Eisen gehören will, muss er sich endlich aufraffen. Von keinem Entscheidungsträger, weder in der Wirtschaft noch in der Politik, wird erwartet, dass er oder sie auf jede Veränderung sofort die richtige Antwort hat. Was mit Recht erwartet wird, ist, dass Entwicklungen bemerkt, benannt und beredet werden, um sich frühzeitige Handlungsmöglichkeiten zu eröffnen.

Mein Vorschlag für eine Masterclass Future Management fußt auf der Annahme großer und struktureller Verwerfungen geopolitischer und geoökonomischer Art, die alle Geschäftsmodelle deutscher respektive europäischer Unternehmen revisionsbedürftig machen. EntscheidungsträgerInnen stehen vor immensen Herausforderungen und treffen in einer Masterclass auf Menschen, die sich in vergleichbaren Situationen befinden. Gemeinsam können sie unter Gleichgesinnten in dem geschützten Raum eines Weiterbildungsprojekts die Umwälzungen in ihren eigenen Organisationen verarbeiten. Sie entwickeln gegenseitige Inspirationen und imaginieren mögliche Zukünfte und Problemlösungen.

Als Hochschullehrer weiß ich aus eigener Erfahrung, dass Menschen über sich hinauswachsen wollen und können, wenn man ihnen hilft, Scheren im Kopf zu lösen und verschüttete Potenziale der Zukunftsgestaltung zu aktivieren. Aus dem Design und Management kommend, sehe ich Moderieren nicht nur als bloßes Zusammenführen von Erkenntnissen, sondern als smartes und softes Provozieren zum Betreten von Denkräumen, die man sich bisher nicht zugetraut hat. Alles das ordnet sich für mich in das Rubrum von Kreativität und Innovation ein.

Wenn offene, aber gestaltungswillige Menschen aufeinandertreffen und ernsthaft an neuen Problemlösungen interessiert sind, dann finden sich nach meiner Erfahrung immer Entwürfe und Konzepte, die kompetent Neuland betreten. Im Grunde ist es ein ständiges Appellieren an den eigenen Ehrgeiz, noch bessere Ideen und noch bessere Lösungen zu entwickeln. 

In diesem Reader sind 22 Essays, illustriert durch 19 Grafiken, zusammengestellt, die eine Idee von einer solchen Masterclass vermitteln. Aber lesen Sie selbst …