Kreativmanagement in der C-Level-Verantwortung

Kreativität muss man sich erarbeiten – immer und immer wieder! Kreative Menschen sind Kopf- und Handarbeiter, die sehr häufig den ganzen Tag und die ganze Woche in ihrem Projekt verstrickt sind. Kreativität ist eine Lebensform, die nicht mit dem Erreichen des Rentenalters beendet wird. Kreative Menschen gibt es in allen Berufsgruppen, allen sozialen Schichten und ist absolut geschlechtsneutral. Aber: Kreativität ist nicht immer wirklich erwünscht, auch wenn es immer lauter und öfter eingefordert wird. Oft gilt: Wasch mich, aber mach mich nicht nass!

Kreativität ist kein Hobby und auch kein Unterhaltungsprogramm für demente Organisationen und Unternehmen. Wo Veränderungen nicht toleriert werden und es Denkverbote für komplette Systemwechsel gibt, dort sollten auch keine Brainstormings, Design Thinking Sessions oder Ideen-Workshops stattfinden. Der Bedarf nach Kreativität wächst jeden Tag – nur nicht das entsprechende Bedürfnis! Diese Asymmetrie ist gewollt, wenn auch nicht ausgesprochen. Die zu lösenden Probleme werden mehr und größer, während das Beharrungsvermögen und das Verteidigen der alten Besitzstände zunimmt. An manchen Orten finden schon (gefühlt!) wahre Slam Poetry-Wettbewerbe statt, in denen eloquent erläutert wird, warum was nicht geht. Der Kampf um den Erhalt der Wellness-Oase ist voll entbrannt, auch wenn die tatsächlichen Krisen woanders stattfinden.

Der eigentliche Blockierer von Kreativität ist das Ancien Régime, das nicht loslassen kann und die Zeichen der Zeit ignoriert. Warum wurde die Energiewende zu einer lahmen Schnecke oder warum setzt die Digitalisierung inzwischen schon Patina an? Weil der Leidensdruck bei den eigentlichen Protagonisten nicht hoch genug war und ist! Und es ist auch kein Geld-Problem, denn davon gibt es immer noch genug – es ist ein Verteilungsproblem.

Kreativität ist wie ein Baby – es will umsorgt, gefüttert, geliebt werden. Und die Windeln müssen gewechselt werden. Will sagen: Kreativität beginnt in der Kita, wird in den allgemeinbildenden Schulen und in der Hochschule gelehrt, weil es im Beruf zur selbstverständlichen Professionalität zählt! Dabei gehört zur Professionalität auch die Management-Leistung der Führungsfunktionen und nicht nur das reine Schöpfen von Ideen und Optionen. Ein leistungsfähiges Kreativmanagement auf C-Ebene kann, muss aber nicht institutionalisiert sein, es kann auch funktional erbracht werden. Kreativität muss Teil der gelebten Unternehmenskultur sein und sich durch alle Leistungsbereiche und Hierarchiestufen ziehen.

Das, was früher einmal der Taylorismus als prägende Kraft für die Unternehmensführung war, sollte im 21. Jahrhundert die Kreativität sein. Wer sie blockiert, verhindert jeden Turnaround. Bahn frei für eine neue Kreativität in der C-Klasse!

Kreativität für die neue C-Klasse

Die ökonomisch-ökologische Entwicklung in Europa wird viele Organisationen verstärkt zur Transformation zwingen. Das fängt bei A wie Autoindustrie an und hört nicht bei Z – den Zulieferern – auf. Auch Behörden und Vereine werden sich neu organisieren. In diesem Kontext muss es eine Vielzahl von Transformationsprojekten geben, die in eine neue Zeit aufbrechen. Ob es sich um neue Organisationsstrukturen oder um neue Produkte handelt, die vorausschauenden Leitungsebenen werden ihr Change Management sukzessive und frühzeitig einsetzen müssen. Unter dieser Voraussetzung lassen sich progressive MitarbeiterInnen für Teams finden, die konstruktiv und produktiv in Piloten erkunden, wie dieser Strukturwandel bewältigt werden kann. Hierfür muss das C-Level eine Unternehmenskultur leben, die das Intrapreneurship fördert. Parallel hierzu hat die Personal-Entwicklung ein Programm des Empowerments zu installieren. Um ohne Hektik in die Transformation einzutreten, ist die Einrichtung eines agilen Projektmanagements sinnvoll. Und damit Innovationsprozesse von Dauer und langfristig effektiv sind, ist ein Kreativmanagement zu installieren.

Greifen diese Maßnahmen ineinander, gibt es ein Mindset für erfolgreiche Transformation – Chance auf Zukunft!

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Bildquelle: DigitalVision